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Holaner im Europäischen Parlament

Am Mittwochmorgen des 7. Februars 2018 stiegen zwei PoWi und ein WiWi Kurs der Q2 in einen Bus, um gemeinsam für einen Tag Straßburg zu besuchen. Ziel war das Europäische Parlament und ein Gespräch mit dem Abgeordneten Thomas Mann.


In Straßburg angekommen führte Herr Dr. Griemert uns durch die Innenstadt, um uns die geschichtliche Verbindung Straßburgs und Hanaus zu schildern. Der Hanauer Hof mit Sitz in Straßburg zum Beispiel war das Stadtschloss des Grafen von Hanau-Lichtenstein. Anschließend hatten wir eine Stunde Freizeit, in der wir die Stadt selbst erkunden durften.
Gegen Mittag versammelten wir uns wieder am Bus und fuhren zum Europäischen Parlament. Auf dem Vorplatz des Parlamentes konnten wir eine Demonstration beobachten. Uns wurde erklärt, dass dies hier ganz alltäglich sei.
Thomas Mann, der für die EVP im Europaparlament sitzt, und Herr Dr.Cemal Karakas, welcher für den wissenschaftlichen Dienst des Europäischen Parlaments tätig ist, standen uns Schülern für Fragen zur Verfügung. Herr Mann berichtete von seinem Arbeitsalltag, der keineswegs gewöhnlich ist. Wöchtenlich besucht er seinen Wahlkreis und verschiedene Schulen und arbeitet weiterhin im Europaparlament, abwechselnd in Brüssel oder Straßburg. Auch dieser Umstand war Teil des Gespräches.  Der Abgeordnete steht diesem finanziell und organisatorisch aufwändigen Umzug eher kritisch gegenüber. Mann betonte zudem die Wichtigkeit der Europäischen Union gerade in Zeiten von aufstrebendem Nationalismus. Außerdem berichtete der Abgeordnete von seiner Arbeit im Speziellen. Er ist hauptsächlich zuständig für das Thema „Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit“, von dem er leidenschaftlich berichtete. Auch wurde über den Brexit und eine Reform des Wahlsystems für das EU-Parlament diskutiert.
Der Mitarbeiter des wissenschaftlichen Dienstes Dr. Karakas berichtete ebenfalls über seine Arbeit. Dabei ging er auch darauf ein, dass man sich als Bürger direkt an das Europaparlament wenden kann. So hat dies zum Beispiel ein Paar aus England getan, dass in Großbritannien Karten für einen Freizeitpark in einem anderen Land Europas kaufte und als es dort ankam, feststellte, dass der eigentliche Preis günstiger ist. Derartige unbegründete höhere Preise, die Einwohner eines anderen EU-Staates diskriminieren, sind in Europa nun nicht mehr erlaubt. Am Ende dieser schnell vergangenen Stunde waren wir uns alle einig, dass Herr Mann ein mitreißender Redner ist.
Im Anschluss ging es weiter in den Plenarsaal, in dem es zu diesem Zeitpunkt um eine Reform des Wahlrechts zum Europäischen Parlament ging. Über Kopfhörer wurde simultan übersetzt, da jeder Abgeordnete in seiner Landessprache spricht. Nacheinander hielten die Delegierten eine ein- bis zweiminütige Ansprache. Außerdem konnten andere Abgeordnete Fragen zum eben Gehörten stellen. Dabei ging es auch hitzig zu. Bernd Lucke bspw. verglich das EU-Wahlrecht mit dem preußischen Dreiklassenwahlrecht, dass ein Zensuswahlrecht war und den gesellschaftlichen Gruppen je unterschiedliches Stimmgewicht zuschrieb. Elmar Brock, Mitglied der EVP, konterte darauf: „Sie passen vielleicht auch besser in die Zeit des preußischen Dreiklassenwahlrechts, von dem sie eben gesprochen haben.“
Am Ende des Tages waren wir uns einig, dass wir einen spannenden Tag in Straßburg verbracht haben, bei dem wir Politik hautnah miterleben konnten.

28-02-2018 PM HoLa Foto Straßburgfahrt klein

Ein Bericht von Maria Guhr (PW2 Q2) und Cora Frölich (PW5 Q2)

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