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Berlinfahrt des Jahrgangs 10

von Jan N. Peppler, Mika Wagner, Selin Demirel und Sophia Tsoukalis

Endlich gab es wieder die Möglichkeit an der HOLA, Ende der 10. Klasse nach Berlin zu fahren.

 

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Bild: Die Zehntklässler vor dem Brandenburger Tor mit den begleitenden Lehrkräften Corinne Schmitt und Patricia Böhn-Kaiser

Montag bis Mittwoch

von Jan N. Peppler und Mika Wagner

Am Montag, den 11. Juni, warteten wir, 35 Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte Herr Aßmann, Frau Böhn-Kaiser und Frau Schmitt, am Hanauer Hauptbahnhof voller Vorfreude auf unseren Zug nach Berlin. Nachdem auch die Letzten, leicht verspätet, eingetrudelt waren, konnten wir den Zug besteigen und damit unsere Reise ohne Probleme beginnen, abgesehen von der einen oder anderen „bahntypischen“ Verspätung. Die Zugfahrt verbrachte jeder auf seine Weise, manche holten dringend benötigten Schlaf vor, andere spielten Poker oder vertrieben sich mit Gesprächen die Zeit.

Nach unserer Ankunft durften wir direkt auf Tuchfühlung mit Berlin gehen, die S-Bahn, welche uns zu unserem Hostel fuhr, war nämlich bereits stark überfüllt. Nach dieser schweißtreibenden Erfahrung und dem Beziehen unserer Zimmer, ging es gleich los mit unseren Berlin-Erlebnissen: Und zwar dem Besuch der East Side Gallery, einem Teil der Mauer, welcher stehen gelassen und bemalt wurde.

Gleich nach diesem ersten Exkurs in die Berliner Geschichte ging es zum Alexanderplatz, wo wir essen durften und die Stadt auf eigene Faust, mehr oder weniger erfolgreich, erkunden durften. Als wortwörtliches Highlight des Tages ging es 202 Meter in die Höhe, auf den allbekannten Fernsehturm. Die Aussicht von dort gab uns allen einen guten Ausblick auf das, was wir die nächsten Tage sehen und erkunden konnten.

Der nächste Tag begann schon früh, da wir um Punkt 8 Uhr eine kleine Führung an der ehemaligen Grenze begannen. Der Fokus der Führung lag auf eben dieser tödlichen Mauer und so sprachen wir viel über Fluchtversuche der DDR-Bürger, insbesondere die gegrabenen Tunnel, schauten uns einen kurzweiligen Film zu dem Thema an und besuchten einige Denkmäler, die an die dort begangenen Verbrechen erinnerten. Am Brandenburger Tor endete die Führung und unsere Freizeit fing an.

Anschließend daran machten wir das Wachsfigurenkabinett „Madame Tussauds“ unsicher und staubten Fotos mit weltbekannten Persönlichkeiten wie Albert Einstein, Helene Fischer oder Yoda ab. Nach dieser kurzen Pause von Geschichte und Politik ging es im Entenmarsch zum Paul Löbe Haus und anschließend in den Reichstag, wo uns eine gar entzückende junge Dame aufklärte, dass wir noch eine Stunde zu warten hätten und uns ja nicht auf den Boden setzen sollten. Worauf genau wir warteten, wusste zu dem Zeitpunkt leider noch keiner. Doch das lange Warten lohnte sich, denn danach durften wir auf der Zuschauertribüne des Plenarsaals im Bundestag Platz nehmen und einiges über die Vergangenheit dieses historischen Gebäudes und den Reichstag an sich erfahren. Im Anschluss folgte ein politisches Gespräch mit Fr. Dr. Katja Leikert, der Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Hanau, welches an einigen Stellen sehr in die Tiefe ging. So wurde z.B. über die Legalisierung von Cannabis, über Donald Trump oder auch über das Erstarken populistischer Kräfte debattiert und man kam überraschend oft auf einen Nenner. Der Tag endete mit einem wunderschönen Ausblick aus der gläsernen Kuppel des Reichstages.

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Bild: Mit der Bundestagsabgeordneten Dr. Katja Leikert vor dem Plenarsaal im Reichstag

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Bild: Vor der Reichstagskuppel

Danach waren wir alle sehr froh, um 22 Uhr in unsere Zimmer und in die Betten gehen zu dürfen, mehr Freizeit hätte uns auch nach diesem langen und erschöpfenden Tag überfordert.

Der dritte Tag begann wie der vorherige. Nur leider waren unsere reservierten Frühstücksplätze allesamt besetzt, so gab es für den ein oder anderen ein genüssliches Frühstück im Stehen. Als alle mit dem Frühstück mehr oder weniger fertig waren, machten wir uns auf zu dem Denkmal, welches in der Retrospektive den stärksten Eindruck bei uns hinterließ: das „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“. So redeten wir erst mit einem Mitarbeiter des darunterliegenden Museums über das Mahnmal und sprachen nach mehrmaligem Durchlaufen des Denkmals über den Eindruck, den es auf uns machte. Nach der berechtigten Frage, was der Erschaffer damit aussagen wollte, musste man uns ernüchtern, er selbst habe nie etwas zu seinem eigenen Werk gesagt. Spätestens als wir das Museum, welches unter dem Mahnmal lag, durchliefen, weichte die sonst heitere Stimmung einer bedrückten und nachdenklichen Stimmung, einzig gesteigert durch das Entsetzen und Grausen über die von den Nationalsozialisten begangenen Verbrechen an der Menschenwürde.

Mittwoch bis Freitag

von Selin Demirel und Sophia Tsoukalis

Nach dem bedrückenden, aber auch interessanten Besuch des Denkmals für die ermordeten Juden bekam die Gruppe erst einmal etwas Freizeit, um sich von den jüdischen Geschichten und Bildern zu erholen. Viele machten sich auf den Weg zur nahe gelegenen Shopping Mall „Mall of Berlin“. Dort gibt es viele Geschäfte und Restaurants, womit man sich ablenken konnte. Danach besuchten wir die Ausstellung „Topographie des Terrors“, wo uns eine spezielle Führung Informationen über das Leben zur Zeit Hitlers gab. Nach einer ausführlichen Führung bekamen wir selber Gelegenheit, uns die Ausstellung anzuschauen. Manche nutzten diese Zeit auch als Verschnaufpause, denn es ging direkt danach zum asisi Panorama „Die Mauer“ des Künstlers Yadegar Asisi, welches uns aufgrund eines der Realität entsprechenden Panoramas von Berlin zur Zeit der Mauer einige Eindrücke lieferte. Den Eintritt hatten wir durch die erfolgreiche Teilnahme an einem Quiz im Vorfeld gewonnen. Nach der Besichtigung hatten wir genügend Freizeit, um uns für den am Abend bevorstehenden Clubbesuch vorzubereiten. Von 20.00 Uhr bis 23.30 Uhr konnte sich die Gruppe in der Disco „Matrix“ amüsieren. Obwohl viele in Partystimmung waren, gingen die ersten schon um 21.30 Uhr, um sich nach dem anstrengenden Tag schlafen zu legen.

Am 4. Tag machten wir uns auf den Weg zur Kulturbrauerei, wo wir die Ausstellung „Alltag in der DDR“ besichtigten. Es folgte eine Mittagspause am Prenzlauer Berg, bevor es zum Olympiastadion ging. Dort erhielten wir eine Führung durch das gesamte Stadion sowie Einblick in die Kabinen der Spieler und die Geschichte des Stadions. Anschließend hatten wir circa drei Stunden Freizeit, die wir am Kurfürstendamm, wo sich unter anderem das berühmte Shoppingcenter „KaDeWe“ befindet, verbrachten. Dort gibt es viele teure Geschäfte und der eine oder andere gab dort sein Geld aus. Nicht nur das „KaDeWe“, sondern noch viele andere Läden in der Umgebung wie z.B das „Europa-Center“ luden zur Erholung ein. Jedoch verbrachten nicht alle ihre Freizeit mit Einkaufen, sondern auch mit Essen und Reden. Nach dieser freien Zeit konnten wir gemütlich im Restaurant Ali Baba zusammensitzen und uns über den Tag austauschen und das Essen genießen.

Der 5. Tag, der gleichzeitig der letzte Tag unserer Klassenfahrt war, begann um 7.30 Uhr mit dem Frühstück. Danach fuhren wir gemeinsam zum Hauptbahnhof-Berlin, um dort unsere Koffer für den Rest des Tages einzuschließen. Anschließend bekamen wir eine Führung durch einen Atomschutzbunker und hatten danach die Möglichkeit, die Ausstellung im Museum „Story of Berlin“ anzuschauen. Um 16:30 Uhr trafen wir uns alle gemeinsam mit den Lehrern am Hauptbahnhof, holten unsere Koffer ab und nahmen nach dem Ausfall unseres ersten Zuges den Ersatzzug zurück nach Hanau. Da der Zug nicht mit voller Geschwindigkeit fahren konnte, kamen wir erst um 23.00 Uhr in Hanau an. Die Zeit vertrieben wir uns mit Musikhören, Filmeschauen, Schlafen, Reden, gemeinsamem Spielen oder Fußballgucken. In Hanau angekommen, begrüßten wir unsere Familien und waren froh, nach der anstrengenden, langen Fahrt wieder zu Hause zu sein.

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