von Dr. Eva Molitor

In drei aufeinanderfolgenden Aufnahmefeiern wurden am 05.09.2022 insgesamt 229 Fünftklässlerinnen und Fünftklässler in acht Klassen der Hohen Landesschule eingeschult. Dies ist bereits der sechste Jahrgang an der HOLA, der ausschließlich nach dem Curriculum des neunjährigen gymnasialen Bildungsgangs (G9) unterrichtet wird.


Foto: Die Klasse 5A mit ihrer Klassenlehrerin Frau Böhn-Kaiser

Der Schulleiter Martin Göbler begrüßte die aufgeregten „HOLA-Zwerge“ mit ihren begleitenden Eltern im Philipp-Ludwig-Forum der Schule. Dort warteten auch schon die Patinnen und Paten, Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe 9, die die Fünftklässler in ihrem ersten HOLA-Jahr begleiten und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen werden.

Göbler betonte, dass dies ein besonderer Tag sei. Es erwarteten die Kinder eine neue Schule, viele neue Gesichter und herausfordernde Situationen. Auch in Zukunft werde Corona den Alltag bestimmen, mal mehr, mal weniger. Der Pandemie geschuldet falle auch in diesem Jahr die Aufnahmefeier kürzer aus als vor 2020; dennoch würden alle an der HOLA versuchen, das Beste aus der Situation zu machen.

Um mit den neuen Holanerinnen und Holanern ins Gespräch zu kommen, hatte Göbler in einer Schale verschiedene Leckereien wie einen Apfel, eine Banane, einen Müsliriegel und Gummibärchen mitgebracht und forderte die anwesenden neuen Fünftklässlerinnen und Fünftklässler auf, den Zusammenhang zwischen diesen Dingen zu herauszufinden. Ein Fünftklässler wusste die Antwort und wies darauf hin, dass zwei dieser Nahrungsmittel gesund, zwei ungesund seien. Und schon kam ein anderer Fünftklässler auf den Gedanken, dass es der Zuckeranteil sei, der zwei dieser vier Nahrungsmittel so ungesund mache. Anhand der Energiewerte der Nahrungsmittel erklärte Göbler, wie viel Energie man zum Fahrradfahren, zum Skifahren, aber auch für geistige Tätigkeiten wie das Denken brauche. „Lernen heißt, Widerstände zu überwinden“, formulierte Martin Göbler. Und zum Lernen brauche jeder Mensch genügend Energie, die vor allem gesunde Ernährung liefere.

Es gehe, so fuhr Göbler fort, in der Schule eben nicht nur um fachliche Kompetenzen, sondern um die Ausbildung der Persönlichkeit. Fleiß, Durchhaltevermögen, Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit seien wichtige Bausteine für eine stabile Persönlichkeit.

Göbler empfahl den HOLA-Zwergen, die folgenden beiden Sätze aus dem eigenen Sprachgebrauch zu streichen: „Das kann ich nicht.“ und „Das will ich nicht.“ Stattdessen forderte der Schulleiter die HOLA-Zwerge auf, einfach neugierig zu sein.

Zwei weitere Dinge wolle er ihnen mit auf den Weg geben. Zum einen werde jede Klasse im Gottesdienst am Folgetag eine Kerze in Regenbogenfarben erhalten. Diese bunte Kerze stehe für den Zusammenhalt in der Vielfalt. Zum anderen werde jede Schülerin und jeder Schüler ein kleines Bäumchen in Form eines Setzlings bekommen, der zwei Jahre zu Hause zu pflegen sei, bevor er als widerstandsfähiger kleiner Baum mit Unterstützung eines Försters im Hanauer Stadtwald eingepflanzt werde. Dieses Bäumchen sei ein erster Schritt auf dem Weg, für sich und für andere Verantwortung zu übernehmen.

Abschließend wünschte Martin Göbler den HOLA-Zwergen viel Freude und Glück an der neuen Schule.

Nach dieser anschaulichen Begrüßung begaben sich die HOLA-Zwerge klassenweise mit ihren Klassenleitungen sowie ihren Patinnen und Paten in die Klassenräume.

Nachdem die neuen Holanerinnen und Holaner das Forum verlassen hatten, wandte sich der Schulleiter nochmals an die Elternschaft. Die HOLA habe sich folgendes Motto auf die Fahnen geschrieben: „Wir begleiten den individuellen Lernweg.“ Dies bedeute, nicht nur möglichst viele Schülerinnen und Schüler zum Abitur zu führen, sondern auch herauszufinden, welcher Weg den persönlichen Interessen und Fähigkeiten des jeweiligen Kindes entspreche. Er ermunterte die Eltern, ihre Kinder weiterhin aufmerksam in ihrem Entwicklungs- und Lernprozess zu unterstützen, geduldig zu sein und auch zu akzeptieren, dass die eine oder andere Note mal nicht so ausfalle, wie sie es aus der Grundschule gewohnt seien. Zudem verwies Göbler auf die zahlreichen Möglichkeiten für Eltern, sich aktiv in die schulische Arbeit einzubringen.

Anschließend begrüßten für den Schulelternbeirat der erste Vorsitzende Steffen Kohlas und Schriftführerin Katja Leißner die Anwesenden und informierten über die Aktivitäten des Elternbeirats und boten Unterstützung in wichtigen Fragen an. Zudem warb Kohlas für die Teilnahme am Hanauer Stadtlauf und am Stadtradeln.

Auch Henrik Statz, Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer der Hohen Landesschule, stellte sich der Elternschaft vor und ermunterte die anwesenden Eltern, bei allen anstehenden Herausforderungen auf die Talente und Fähigkeiten der eigenen Kinder zu vertrauen. Er warb humorvoll für eine Mitgliedschaft im Förderverein und wies auf die zuletzt umgesetzten Projekte wie die Einführung der HOLA-Bienen auf dem Campus hin.
Martin Göbler und der Leiter der Theater-AG Andreas Kühnel warben für das diesjährige HOLA-Theaterstück A.N.D.ERS, das als erstes selbst von Schülerinnen und Schülern verfasstes Stück in wenigen Tagen im Hanauer Comoedienhaus aufgeführt werde.

Während die HOLA-Zwerge mit ihren Klassenleitungen in den Klassenräumen eine kurze Einführung in das Programm der ersten Schulwoche erhielten, konnten sich die Eltern im Foyer der HOLA mit Kaffee und Kuchen sowie den noch nötigen Informationen versorgen. Dafür standen Vertreterinnen und Vertreter des Fördervereins, des Schulelternbeirats und des Arbeitskreises Ganztagsangebot bereit, um u. a. für die Mitgliedschaft bei den Freunden & Förderern zu werben, Fragen zu den Busverbindungen oder auch zur kostenfreien Hausaufgabenbetreuung an der HOLA zu klären.

In der ersten Schulwoche werden die neuen Holanerinnen und Holaner mit Hilfe von Kennenlernspielen, Gebäudeführungen, einer Schulrallye und einem Projekttag zum sozialen Lernen ihre Klassenkameraden und ihre neue Schule kennenlernen. Dabei erfahren sie Unterstützung durch ihre Patinnen und Paten aus verschiedenen 9. Klassen.

In der zweiten Schulwoche beginnt der reguläre Unterricht nach einem festen Stundenplan mit einigen im Vergleich zur Grundschule neuen Fächern wie Biologie, Erdkunde, Politik und Wirtschaft sowie dem neuen Unterrichtsfach „Digitale Welt“, für das die HOLA in diesem Schuljahr Pilotschule sei.

Bei der Anmeldung hat sich der Großteil der Schülerinnen und Schüler für ein Profil entschieden, das den individuellen Neigungen und Interessen entspricht. Es ist jedoch an der HOLA nicht verpflichtend, ein Profil anzuwählen.

Die HOLA bietet insgesamt vier Profile an, zwischen denen die Schülerinnen und Schüler wählen können. Zur Auswahl stehen die Profile „Europäische Mehrsprachigkeit“, „Ästhetische Bildung“ mit den Schwerpunkten Theater, Kunst und Musik, „Natur und Technik“ sowie „Sport“ mit den Schwerpunkten Basketball, Fußball und Sport allgemein. In dem nachmittags in der fünften und sechsten Klasse angebotenen Profilunterricht erhalten die Schülerinnen und Schüler spielerisch Einblicke in verschiedene Fremdsprachen mit der Schwerpunktsprache Französisch, erarbeiten kurze Theaterszenen, gestalten künstlerische Projekte, experimentieren in den naturwissenschaftlichen Räumen oder praktizieren Sport auf Wettkampfebene. Der Profilunterricht ist bei den Schülerinnen und Schülern sehr beliebt, da er bestehende Talente und Interessen fördert.

Den musikalischen Rahmen zur Veranstaltung gestaltete Zara Meisenzahl (Jahrgang E1, also Klasse 11) mit einer Eigenkomposition am Klavier.

Die Schulgemeinde der Hohen Landesschule wünscht allen neuen Schülerinnen und Schülern ein gutes Ankommen in der HOLA und viel Erfolg für ihre weitere Schulzeit.


Foto: Die Klasse 5B mit ihrer Klassenlehrerin Frau Emmerling

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