von Christine Hagemann

Die Schüler-Lehrer-Band der Hohen Landesschule (HOLA) nutzte ihren Auftritt am 21.11.2025 im Jazzkeller Hanau, um ein Programm vorzustellen, das vor allem eines deutlich machte: HOLAs Blechle hat Freude daran, musikalische Vielfalt zu entdecken und auszuleben. Der Abend führte durch Soul, Pop, Jazz und Rock – und lebte von der Art, wie die verschiedenen Stilrichtungen immer neue Farben ins Programm brachten.

Gleich zu Beginn standen mit „Smooth Operator“ und „Valerie“ zwei Stücke, die in sehr unterschiedlichen Jahrzehnten entstanden sind, aber beide vom Zusammenspiel von Rhythmus und Stimme geprägt sind. Mit „Africa“ und der Ballade „Cry Me a River“ verschob sich der Charakter des Abends weiter: von den typischen Studioklängen der 80er Jahre hin zu einem Titel, der tief in der Ästhetik der 50er Jahre verankert ist.
„I’m Still Standing“ setzte danach einen spürbar anderen Akzent, während „Bubbly“ bewusst leicht und unbeschwert gehalten war – ein weiterer Baustein in der stilistischen Vielfalt des Abends. Bei „Soul Man“ führte die Band kurz in die Entstehungszeit des Stücks ein: die Detroit Riots 1967, in deren Umfeld viele Gebäude mit dem Wort „Soul“ gekennzeichnet wurden. Hermann Trusheim übernahm hier den Gesang und verlieh dem Titel mit seiner rauen Stimme besonderen Charakter.
Nach der Pause begann der zweite Teil mit Back to Black. Nadine Heydt, die zentrale Stimme der Band, zeigte immer wieder, wie sicher und mühelos sie sich in den Stilrichtungen bewegt und die verschiedensten Klangfarben für ihre ausdrucksstarken Interpretationen nutzt. Als Mentorin der Gesangsgruppe gibt sie den jüngeren Sängerinnen seit vielen Jahren Orientierung – hörbar wirkungsvoll.

Foto: Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte der HOLA führten durch einen musikalisch abwechslungsreichen Abend.
Foto: Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte der HOLA führten durch einen musikalisch abwechslungsreichen Abend.

„25 or 6 to 4“ brachte neuen Schwung ins Programm. Die beiden Gitarristen Mateo Vrakela und Tobias Höck nutzten den Titel für Soli, die durch klare Linien, rhythmische Präzision und einen souveränen Sound auffielen.
In der instrumentalen Fassung von „Shallow“ rückte die Melodie in den Mittelpunkt, die Johannes Lippert mit seinem warmen Altsaxophon-Sound gestaltete, der auch seine weiteren Jazzsoli kennzeichnete.
Mit „Saturday in the Park“ wurde das Programm wieder leichter – Carolina Koch gab dem Titel mit ihrer Stimme eine frische Note – und September brachte eine offene, unmittelbare Energie zurück in den Saal, wie sie für diesen Titel typisch ist. „Birdland“, ein Stück, das hohe rhythmische Genauigkeit verlangt, zeigte die Band präzise aufeinander abgestimmt und aufmerksam im Zusammenspiel. Den Schlusspunkt markierte „What a Wonderful World“.
Das Rückgrat des Ensembles bildeten Claudia Lange (Saxophon), Jonas Schroeter (Trompete) die Posaunenbesetzung mit Hermann Trusheim, Sophia Sternitzke und Christian Brosch. Julia Larsen sorgte am Bass für Stabilität und Ruhe im Fundament, und Matthes Müller zeigte am Schlagzeug, was seine Rolle im Ensemble ausmacht: den Puls zu halten und der Band den Rahmen zu geben, in dem sie sich sicher bewegen kann.
Dass HOLAs Blechle so geschlossen klingt, liegt auch an der Grundidee dieser Formation: In dieser AG musizieren Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte nicht in ihren üblichen Rollen, sondern als gemeinsames Ensemble. Die Tragfähigkeit dieses Konzepts wurde an diesem Abend deutlich hörbar. Christine Hagemann, die bei fast allen Titeln am Klavier zu hören war, führt die Band so, dass sowohl jüngere Musikerinnen und Musiker als auch erfahrenere Mitglieder passende Entwicklungsmöglichkeiten finden. Johannes Lippert unterstützt sie an vielen Stellen in der organisatorischen und musikalischen Arbeit. Das Team des Jazzclubs und Paula Hagemann sorgten für ein stimmiges und transparentes Klangbild.
Schon früh zeigte sich, dass das Programm auf offene Ohren stieß: Das Publikum reagierte ausgesprochen positiv, mit sichtbarer und hörbarer Begeisterung – ein positives Feedback für HOLAs Blechle, das bis zum letzten Titel anhielt.
Ein besonderer Dank gilt dem Jazzclub, der HOLAs Blechle diesen Auftritt ermöglicht hat. Für eine Schulband ist es keineswegs selbstverständlich, in einem solchen Rahmen spielen zu dürfen. Die großartige Unterstützung bei der Vorbereitung und am Abend selbst hat maßgeblich zum Gelingen des Konzerts beigetragen.