von Beate Klüber
Im Zeichen der Ursprünge unserer demokratischen Grundwerte und der Verteidigung derselben gegen Antidemokraten führten sowohl der Geschichtsleistungskurs der Q2 als auch die 10. Klassen der Hohen Landesschule Exkursionen durch.
Der Leistungskurs wurde durch Vermittlung von Martin Hoppe, Fachbereichsleiter Kultur der Stadt Hanau, und Katharina Garrecht, Leiterin der Abteilung für Bildung und Vermittlung der Museen Hanau, am 18. März 2026 anlässlich des Tages der Demokratiegeschichte gemeinsam mit Geschichtslehrerin Beate Klüber von den städtischen Museen Hanau eingeladen, an dem Workshop „(Gleich-)Berechtigt?! Simulationsspiel zur Revolution 1848 in Hanau“ im Schloss Philippsruhe teilzunehmen. Die Möglichkeit, an einem so geschichtsträchtigen Ort in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen und sich noch einmal aktiv in die Gedankenwelt des Vormärzes und der 1848er Revolution zu begeben, hat den Schülerinnen und Schülern sehr gut gefallen und sie würden den Workshop weiterempfehlen. Bedanken möchte sich der Leistungskurs ebenfalls bei Museumspädagogin Susanna Rizzo, die das Simulationsspiel anleitete.

Fotos: Der Leistungskurs Geschichte von Frau Klüber vor und im Schloss Philippsruhe
Dass Demokratie und Freiheit Werte sind, für die es sich zu kämpfen lohnt, ist den Geschichtsleistungskurslerinnen und Geschichtsleistungskurslern klar. Auch alle sieben 10. Klassen sowie der Geschichtswahlpflichtkurs der Hohen Landesschule Hanau nahmen am 21., 28. und 29. Mai 2026 an von den Geschichtslehrerinnen Beate Klüber und Anette Enders organisierten sowie von den Lehrkräften Yannick Fasquelle, Lea Calzada, Julia Larsen, Anil Sir, Susanne Zelck, Nora Bernhardt und Martin Rothweil begleiteten Exkursionen zur Gedenkstätte Osthofen nahe Worms in Rheinland-Pfalz (ehemals Rheinhessen) teil und erfuhren vor Ort, was dort politischen Gegnern der nationalsozialistischen Diktatur angetan wurde.
Als Konzentrationslager für politische Gegner, das nur 1933/34 bestand, unterschied sich das, was die Jugendlichen in Osthofen erfuhren, erheblich von dem, was sie bisher über Konzentrationslager wussten. Dennoch drückt auch die erniedrigende Behandlung der dortigen Lagerinsassen die Menschenverachtung der Nationalsozialisten aus: „Das Konzentrationslager wirkte eher wie ein Gefängnis für Straftäter als für Menschen, die eine andere Meinung hatten. Es war kein Konzentrationslager wie in meiner Vorstellung, weil es keine Gaskammer hatte“, resümiert Ben Büttel (9. Klasse).
Die pädagogischen Mitarbeiter der Gedenkstätte Osthofen schilderten den jungen Besucherinnen und Besuchern Geschehnisse an verschiedenen Orten des damaligen Konzentrationslagers und gestalteten den Besuch abwechslungsreich und interessant. Jonas Deschamps (10. Klasse) beeindruckten die beiden dokumentierten erfolgreichen Fluchten aus dem Konzentrationslager Osthofen besonders: „Ich fand sie am interessantesten, da sie sich komplett voneinander unterschieden. Dabei hat mich erstaunt, wie mutig die Flüchtigen auf verschiedenen Wegen waren – trotz derselben Fluchtmotive, der Flucht vor den unmenschlichen Bedingungen im Konzentrationslager Osthofen.“ Auch Leana Novellis (9. Klasse) erinnert sich: „Ich fand es besonders interessant, die Schlafhalle zu sehen, da man sich dadurch besser vorstellen konnte, wie der Alltag im Konzentrationslager Osthofen aussah. Außerdem hat mir die Führung gefallen, da es nicht nur bloßes Vortragen war, sondern man auch aktiv eingebunden wurde.“
Die Exkursion nach Osthofen gab den Schülerinnen und Schülern auf eindrucksvolle Weise die Möglichkeit, die oft bemühten Worte von unserer Verantwortung für das Fortbestehen unserer freiheitlich-rechtsstaatlichen Demokratie mit Inhalt zu füllen. Hierzu abschließend Neva Doğan (10. Klasse): „Der Besuch in Osthofen hat mir die im Unterricht vermittelten Inhalte deutlich nähergebracht. Alles vor Ort bildlich zu sehen, war eine interessante Erfahrung und ich würde sie allen Klassen, die sich mit dem Thema Nationalsozialismus beschäftigen, weiterempfehlen.



Fotos: Vor und im ehemaligen Konzentrationslager Osthofen
