Foto, von links nach rechts: Meike Jäger, Benjamin Gesing (Geschäftsführer von MINT Zukunft e. V.), Swantje Stein-Hellmann (Bildquelle: Zentrum für Chemie ZFC)

von Swantje Stein-Hellmann

Die Hohe Landesschule setzt auf selbstständiges Lernen, moderne Makerspaces und starke Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft. Dafür wurde das Hanauer Gymnasium erneut als „MINT-freundliche Schule“ ausgezeichnet.

Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – an der Hohen Landesschule gehören diese Bereiche längst nicht nur zum klassischen Unterricht. Hier wird ausprobiert, programmiert, experimentiert, gebaut und getüftelt. Mit der erneuten Auszeichnung als „MINT-freundliche Schule“ erhält die HOLA Anerkennung für ihr kontinuierliches Engagement und die Weiterentwicklung ihres MINT-Profils.

In den vergangenen drei Jahren hat die Schule dabei vor allem eines vorangetrieben: Lernen soll mehr Eigeninitiative ermöglichen. Im Rahmen des Konzepts „Selbstgesteuertes Lernen“ konnten Schülerinnen und Schüler beispielsweise in einer offenen Lernlandschaft eigene Lernwege erproben. Eine vierwöchige Testphase mit 62 Schülerinnen und Schülern aus zwei fünften Klassen zeigte dabei sowohl die Chancen als auch die Herausforderungen neuer Lernformen.

Auch im Lernbereich Naturwissenschaften (NaWi) in den Jahrgangsstufen 5 und 6 rückt die HOLA Schülerinnen und Schüler noch stärker ins Zentrum. Durch einen zunehmend schüler- und handlungsorientierten Unterricht sollen die Kinder naturwissenschaftliche Phänomene nicht nur kennenlernen, sondern selbst beobachten, untersuchen, experimentieren und eigene Lösungswege entwickeln. Damit wird selbstständiges und forschendes Lernen bereits früh zu einem festen Bestandteil des naturwissenschaftlichen Unterrichts.

Ein Herzstück der MINT-Aktivitäten sind die Makerspaces der HOLA. Nachdem bereits 2023 der erste Raum eröffnet wurde, kam Ende 2025 ein zweiter Makerspace hinzu. Mit 30 digitalen Arbeitsplätzen sowie Werkstatt- und Kreativbereichen bietet er Raum für projektorientiertes Arbeiten. Schülerinnen und Schüler arbeiten fächerübergreifend an eigenen Projekten und nutzen dabei beispielsweise 3D-Druck, Lasercutting, Robotik und Coding.

„Wir wollen unseren Schülerinnen und Schülern Räume geben, in denen sie nicht nur Wissen aufnehmen, sondern selbst gestalten, ausprobieren und Lösungen entwickeln können. Gerade im naturwissenschaftlichen Lernen ist es uns wichtig, dass sie eigene Fragen stellen, experimentieren und Erkenntnisse selbst gewinnen. Die erneute Auszeichnung zeigt uns, dass wir mit dieser Verbindung aus innovativem Unterricht, digitalen Kompetenzen und praxisnaher MINT-Bildung auf dem richtigen Weg sind.“ (Zitat von Swantje Stein-Hellmann, Fachbereichsleitung III und Leitung des MINT-Teams)

Dabei endet MINT an der HOLA nicht an der Schultür. Zahlreiche Kooperationen mit Unternehmen, Hochschulen und außerschulischen Partnern bringen Wissenschaft und Arbeitswelt direkt in den Schulalltag. Dazu gehören unter anderem der Deutsche Wetterdienst, die Vacuumschmelze, Systeex, die Deutsche Flugsicherung sowie verschiedene Hochschulen und Universitäten. Im Projekt „I AM MINT“ erhalten Schülerinnen und Schüler konkrete Einblicke in technische und naturwissenschaftliche Berufsfelder.

Neben der Auszeichnung der HOLA wurde auch das besondere Engagement einer Lehrkraft gewürdigt: Meike Jäger, Lehrerin für Chemie und Geographie, erhielt die Auszeichnung als MINT-Botschafterin. Seit 2009 leitet Meike Jäger an der HOLA eine naturwissenschaftliche AG für Grundschulkinder und gestaltet Projekttage für ganze Grundschulklassen. Seit 2008 engagiert sie sich ehrenamtlich im Zentrum für Chemie e.V. und ist dort seit 2024 im Vorstand tätig. Seit 2025 organisiert sie zudem das hessenweite Erfinderlabor Oberstufe in Kooperation mit Hochschulen und Unternehmen.

Die Auszeichnungen sind für die Hohe Landesschule deshalb mehr als ein Qualitätssiegel. Sie sind zugleich Ansporn, neue Wege des Lernens zu erproben, Kooperationen auszubauen und Schülerinnen und Schüler für die Zukunft zu stärken.

Denn wer Zukunft gestalten will, muss sie auch ausprobieren dürfen.