von Alexandra Skujat, Wiwi-LK E2 (SJ 2025/2026)
Mein Trip nach Flensburg begann bereits am Mittwoch vor der eigentlichen Konferenz. Nach einer langen Anreise ging es zur Registrierung an die Uni, wo ich mein Namensschild mit meinem Land Belgien und meinem Council, dem Human Rights Council (HRC), erhielt.

Nach der Opening Ceremony, bei der der Ablauf der Konferenz vorgestellt wurde, begann das Socializing-Programm. Dabei konnten wir Teilnehmer uns kennenlernen und erste Kontakte knüpfen. Anschließend traf sich jedes Council zum ersten Mal. Wir stellten uns vor und erzählten von unseren bisherigen MUN-Erfahrungen. In meinem Komitee waren viele Anfänger, die wie ich zum ersten Mal an einer solchen Konferenz teilnahmen.
Ein besonders eindrucksvoller Programmpunkt war ein Workshop mit Frauen, die sich für die Unterstützung von Frauen in Afghanistan einsetzen. Sie berichteten von ihren Erfahrungen und machten deutlich, wie wichtig der Schutz von Frauen in humanitären Krisen ist. Danach erhielten wir eine Einführung in die Abläufe einer MUN-Konferenz. In einem Rollenspiel lernten wir, wie Reden und Anträge funktionieren und welche Fehler man vermeiden sollte.
Am Abend folgte eine Rallye durch Flensburg. In verschiedenen Gruppen erkundeten wir die Stadt und lernten interessante Orte und Fakten kennen. Gleichzeitig konnten wir Teilnehmer aus anderen Councils kennenlernen. Anschließend wurde in der Uni gemeinsam Fußball geschaut.
Am Freitag begann die eigentliche Konferenz mit dem Thema „Migranten auf hoher See“. Nach vorbereiteten Reden entwickelte sich schnell eine spannende Diskussion. Als Vertreterin für Belgien arbeitete ich besonders eng mit den Repräsentanten der Niederlande, Finnlands und Dänemarks zusammen. Leider waren weniger Länder als erwartet vertreten, da eine Schulklasse kurzfristig abgesagt hatte. Gemeinsam mit Belgiens Verbündeten erarbeiteten wir einen Resolutionsentwurf. Nach langen Diskussionen und mehreren Änderungen konnten wir am Ende des Tages noch keine endgültige Lösung finden.
Am Samstag ging es nach erfolgreichem Ende des ersten Themas mit dem zweiten Thema „Rechte von Frauen in humanitären Krisen“ weiter. Die Diskussionen wurden zunehmend anspruchsvoller, machten aber gerade deshalb viel Spaß. Gegen Ende des Tages wurden außerdem Gastredner eingeladen, die unterschiedliche Perspektiven vertraten und versuchten, einige Ländervertreter nochmal zum Nachdenken anzuregen.
Am Abend fand die Abschlussfeier in einer Bar statt, bei der die Teilnehmer die Konferenz gemeinsam ausklingen ließen. Trotz der langen Nacht begann am Sonntag bereits um 9:30 Uhr der letzte Konferenztag. Wir arbeiteten weiter an unserem Resolutionsentwurf und konnten unsere Agenda gegen 12:45 Uhr erfolgreich abschließen. Danach musste ich mich bereits verabschieden. An der Closing Ceremony konnte ich aufgrund meiner langen Heimreise leider nicht mehr teilnehmen.
Insgesamt kann ich die MUN-Konferenz in Flensburg besonders für Einsteiger empfehlen. Durch die überschaubare Größe der Konferenz konnte man schnell lernen und aktiv an den Diskussionen teilnehmen. Die jungen Organisatoren sorgten außerdem für eine offene Atmosphäre, in der unterschiedliche Meinungen berücksichtigt wurden. Auch die Tatsache, dass ich alleine angereist war, erwies sich als Vorteil, da ich dadurch viele neue Menschen kennenlernen konnte.
Ein kleiner Kritikpunkt war, dass kaum Zeit blieb, Flensburg außerhalb der Rallye zu erkunden. Insgesamt habe ich mich auf der Konferenz jedoch sehr wohl gefühlt und viele neue Erfahrungen und Kontakte mitgenommen.
